Das Guanako

Das Guanako gehört zu der Gruppe der Neuweltkameliden. Die Neuweltkamele haben keine Höcker und sind kleiner als die Artgenossen der alten Welt, zu denen das Kamel und das Dromedar zählen.

Das Guanako ist neben dem Vikunja die einzig wildlebende Art dieser Kamelgattung. Zur Ankunft der Spanier in Südamerika gab es ca. 50 Millionen wilde Guanakos. Da Sie wegen Ihres Fells gejagt wurden, sind die Bestandszahlen rapide zurückgegangen. Etwas mehr als 1 % der ursprünglichen Zahl leben heute in der Wildnis der Hochanden von Peru, Argentinien und Chile sowie in Patagonien.

Da das Guanako vom Aussterben bedroht ist, steht es auf der roten Liste der weltweit gefährdeten Tierarten. Die CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) listet das Guanako  in Appendix II auf, d.h. es darf nur ein Handel von Produkten aus Guanako Fasern erfolgen, wenn eine CITES-Bescheinigung vorliegt. Mit diesem Zertifikat wird gewährleistet, dass die Guanakos nach der Schur in die Freiheit entlassen werden.

Das Guanako besitzt ein doppeltes Haarkleid ähnlich dem der Kaschmir Ziegen. Die Unterwolle besteht aus einer der feinsten natürlichen Fasern der Welt. Das Deckhaar weist viel gröbere Fasern auf und ist bräunlich in der Farbe. Es wirkt Schmutzabweisend und feuchtigkeitsregulierend. Um die groben Deckhaare von der flaumigen Unterwolle zu entfernen bedarf es eines Enthaarungsprozesses.

Das Fell des jungen Guanakos schimmert hell bis honigfarben und verwandelt sich in einen warmen Braunton bis es ausgewachsen ist.

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