Baumwolle

Die Baumwollfaser wird aus dem Samenhaar der Baumwollpflanze (Gossypium Strauch) gewonnen.  Baumwollpflanzen gehören zu den Malvengewächsen und kommen inzwischen auf der ganzen Welt vor. Sie gedeihen ausschließlich in tropischen und subtropischen Gebieten zwischen dem 35. südlichen und dem 45. nördlichen Breitengrad, es wird vom sogenannten „Baumwollgürtel“ gesprochen.

Eigenschaften:

– Sehr saugfähig und luftdurchlässig – die aufgenomme Feuchtigkeit wird schnell nach außen abgegeben
– Hoher Tragekomfort, da Sie weder die Haut reizt, noch Allergien verursacht – keine elektrostatische Aufladung
– Hautsympathisch und auch besonders für empfindliche Haut geeignet
– Besonders gut wasch-u. bügelbar.
– Baumwolle ist kochfest und daher in Bereichen wo es besonders auf Hygiene ankommt sehr beliebt, d.h. Bettwäsche, Krankenhauswäsche, Babywäsche etc.
– Hohe Widerstandsfähigkeit
– Eignet sich hervorragend zum Färben & lässt sich gut verspinnen
– Sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis

Verwendung:

– Zum Hauptanwendungsbereich der Baumwolle gehört die Textilindustrie  – Baumwolle wird in Textilien entweder rein oder als Mischgewebe verwendet
– Baumwollfasern finden auch in vielen anderen Bereichen Ihre Verwendung, z.B. Watte oder Wattestäbchen im Drogeriebereich, als Verbandsmaterial im medizinischen Bereich
– Seile und Taue sowie Planen oder Zelte
– Baumwolle findet des Weiteren Verwendung bei der Herstellung von einigen Papiersorten und Kaffeefiltern u.v.a.

Geschichte der Baumwolle

Die Baumwolle fand bereits vor Jahrtausenden Verwendung in der Herstellung von Bekleidung. Baumwollkleider die ca. 7000 Jahre alt sein sollen, wurden in mexikanischen Höhlen gefunden. Jedoch sprechen weitere Quellen davon, dass bereits die alten Ägypter ca. 12000v. Chr. Baumwolle verarbeitet hätten. In Indien wird die Baumwolle seit mehr als 3000 Jahren angebaut. Von den Babyloniern stammt die Bezeichnung „ Weißes Gold“. Und von China weiß man zu berichten, dass das erste chinesische Papier aus Baumwollfasern bestand. Importierte Baumwollstoffe galten im alten Rom als Luxusgut.

Erst um das Jahr 1.000 n. Chr. brachten arabische Kaufleute im Zuge Ihrer Eroberungen die Baumwolle nach Spanien und Sizilien (Südeuropa).

In England wurde ab dem späten 17. Jahrhundert Baumwolle verarbeitet. Den Rohstoff erhielten Sie aus den Kolonien und Amerika. Der Bedarf an Baumwolle stieg stetig an. Somit wurden auch immer mehr Baumwollplantagen angepflanzt auf denen Sklaven Ihre Arbeit verrichten mussten.

Die Erfindung des mechanischen Webstuhls „Spinning Jenny“ von James Hargraves 1764 revolutionierte die Baumwollverarbeitung.

29 Jahre später, im Jahre 1793 erfand Eli Whitney die Entkörnungsmaschine „Cotton Gin“. „Cotton Gin“ trennte die Baumwollfasern von den Samenkapseln und zum Teil klebrigen Samen. Die Entkörnungsmaschine erledigte die Arbeit von 3000 Sklaven, die somit zur Baumwollernte geschickt werden konnten. Somit konnten die Flächen für den Baumwollanbau stark ausgedehnt werden.

Der nordamerikanische Baumwollhandel stand Mitte des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts in voller Blüte und dominierte als „King Cotton“ den Weltmarkt.

Die damalige Handarbeit bedingte die hohen Preise für Baumwolle. Durch den Fortschritt der Mechanisierung in Ernte u. Verarbeitung, sowie der Ausweitung der Produktion entwickelten sich Baumwollgüter zur Massenware. Die Herstellungskosten sanken und konnten dem Verbraucher deutlich günstiger angeboten werden.

Baumwollernte

Was früher in mühsamer Handarbeit verrichtet wurde, wird heute von Pflückmaschinen erledigt. Diese Pflückmaschinen erbringen eine 10 bis 20 fache Tagesleistung im Vergleich zu Handpflückern. Die Entkörnungsanlagen trennen im Anschluss die Samenhaare von den Samenkörnern der Baumwollpflanze.

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